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Kaum ein Auge aufgetan, hängt der Himmel schon schwer über mir.


Un œil ouvert et déjà, le ciel me chagrine.

J’ai compris bien vite que ce jour suait gris !

Le café dans ma tasse me tourne le lait, j’y comprends rien !

Même le grill pain détruit mon matin !

Soit, je sortirai le ventre creux, au diable les habitudes !

 

 

Mir war sofort klar: Dieser Tag kündigt sich grau an.

Der Kaffee kippt mir die Milch um. Wie sollte es auch anders sein.

Selbst der Toaster verdirbt mir meinen Morgen.

Sollte ich ungefrühstückt aus dem Haus gehen. Zum Teufel mit den Gewohnheiten!

Los geht’s, die Treppe runter. Ich erwische die letzte Stufe gerade noch bevor sie sich mir entziehen wollte.


Allez zou ! J’attrape les escaliers qui se défendent et me font trébucher.

Au dehors, j’attendais la pluie et me voilà embarrassé d’un manche à baleines, tel un troisième bras qui picore le trottoir.

 

 

Vor der Tür ärgere ich mich mit dem Schirm rum, den ich mitgenommen habe, da ich mit Regen rechne. Der Stockschirm hat seinen eigenen Rhythmus. Er löchert das Trottoir wie ein drittes Bein.

Ich mache selbst einige Schritte, aber ich fühle mich beobachtet. Die übergriffigen Blicke der Passanten dringen bis in meine Manteltasche vor.

Ich versichere mich im nächst besten Schaufenster meiner Aufmachung: Stiefel, Hose, BH, Bluse. Nichts auffälliges. Trotzdem stimmt irgendetwas nicht. Das spüre ich an ihrem aufdringlichen Blick.

Also, alles noch mal von vorne. Nichts, was übersteht oder rausguckt. Alles an seinem Platz, sogar der Schal sitzt wie es sich gehört.

Ich gehe weiter, etwas verunsichert durch die Blicke die mich verfolgen.

Ich gehe etwas schneller, aber sie bleiben mir auf den Fersen.

Ich werde mich zusammen reißen. Ich versuche die Durchleuchtungsblicke zu vergessen.

Ich gebe mich gelassen. Es klappt. Ich denke nicht mir an sie. Ich gehe in meinem Tempo weiter.

Hoppla, ein Loch. Steinchen spuken mir ins Gesicht. Ein schwarzer Abgrund gähnt mir vom Asphalt entgegen. Der Stockschirm hat seine Spur im Trottoir hinterlassen.

WAS FÜR EIN TAG!!!

Ein kleiner Sprung zur Seite und ich bin in Deckung. Ich biege die angegriffene Schirmspitze wieder zurecht.




Je fais quelques pas, mais je me sens fouillé. Poches vidées par les regards dépassants.

Je stoppe illico devant une devanture et me détaille, alors, j’ai mis les bottes, la culotte, le pantalon et le blouson, pas de faute.

J’ai pourtant senti l’erreur dans leurs insistances.

Recto/verso, bon ben, je ne vois rien qui accroche ou se décroche. Même l’écharpe est à sa place.
Je reprends ma marche, un peu mal à l’aise tout de même, poursuivi par les petits pas claquants de ces yeux fouilleurs.

J’accélère, mais bon, ils restent sur mes talons.

Je vais m’accommoder, oublier la moite pesanteur de ces iris.

Alors, je fais le tranquille, l’indolent.
Ca y est, j’arrive à me détacher.
Je suis juste avec mon pas.
Oups ! Le manche à baleines vient de crever le trottoir, me voilà face à un vilain trou noir qui gronde et me crachouille des gravillons à la face. QUELLE JOURNEE !!

Un petit saut à droite, voilà le cracheur d’asphalte hors de portée.

Alles verdorben. Ich bedaure den verlorenen Glanz meiner frisch geputzten Schuhe und das alles für einen Kaffee.

Was zuviel ist, ist zuviel. Ich beeile mich dem ganzen Dilemma zu entkommen.

Wie ich die Hände in die Tasche stecke, merke ich, warum alle so komisch zu mir waren.

Ich bin allein ausgegangen. Ich habe meinen Körper unter der Dusche vergessen.

 

Je me permets quelques remontrances à la baleine qui a lâché son groupe en lardant le sol.
La voilà affolée et sanglotante, inondant le vernis de mes chaussures.

MARRE, je voulais juste inviter un petit café et me voilà les pieds tout clapotants.

Je presse le pas en laissant une marre derrière moi.

J’enfonce mes mains plus profond dans mes poches et là je comprends :

J’ai oublié mon corps en haut, il doit traînasser encore sous la douche en sifflotant.

Le creux que je sens en moi, c’est moi qui n’y suis pas !



 



Die Leere, die ich in mir spüre, ist da, weil ich woanders bin




 


Babeth übersetzt von Rose



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 




Eine leere Seite ist nie dieselbe leere Seite, wenn sie einmal beschrieben war und ausradiert wurde.

Une page vierge n'est plus jamais  vierge après être été effacé

Ich gehe zum Fenster, öffne beide Flügel und hänge mich mit meinem Körper in den Wind. Der Himmel zieht sich zusammen. Das Blau kündigt ein Gewitter an. Es ist zu schwül. Ich beuge mich vor. Noch ein Zentimeter. Ich spiele mit dem Gleichgewicht. Die Weite lädt mich zum Fliegen ein, nur, dass ich kein Vogel bin. Flügel sind mir noch nicht gewachsen. Dieses Phänomen, das dich mit angenehmen Düften umgibt und in ferne Länder entführt, kenne ich nur aus der Literatur.


Mir reicht es nicht aus dem Fenster zu fliegen.

Sortir par la fenêtre ne me convient pas complètement.
















Ich will in Stücke zerbrechen
und
mich in alle Himmelsrichtungen zerstreuen.

 

Vier sind zu wenig.

Was für eine Beschränkung !

Der Himmel will unendliche Explosion.

 Kunst will mehr.

 

Kunst kennt Ultramarinblau.

Ich will nicht sagen, dass ich nach meiner gelben und roten Periode eine Blaue gekannt hätte. Nein, mit dem Blau ist es eine andere Geschichte. Das ist keine Phase, kein Zustand, keine Saison. Blau ist ein Erlebnis, das sich ausdehnt. Ich zerreisse, wenn das so weiter geht. Eine Spannung bis zum Anschlag, bevor der Bogen sein Ziel erreicht.

Ein Ziel ist nicht schlecht.

Ich meine nicht das Paradies im Jenseits. Ich bin bescheiden. Ein Ziel ist für mich ein erreichbarer Ort. Jetzt. Heute Nachmittag, Abend. Demnächst. Näher als die ehemalige Trennung von Körper und Seele. Meine Güte, was für ein antiquiertes Wort. Man sollt es durchstreichen. Ich werde gleich vergessen, dass ich es geschrieben habe. Ich wollte die Buchstaben trotzdem auf dem Papier sehen. Das gibt ihnen Körper. Das Schreiben verbindet Tinte und Papier. Eine interessante Beziehung. Symbiose und Unabhängigkeit im Kontrast. Das Papier saugt die Flüssigkeit auf. Oh, was für eine Verbindung! Eine Einladung zum Voyeurismus.

Ich entferne mich vom Fenster.



Ich spüre eine Gefahr, die vom Fenster ausgeht.
Diese unbestimmte Öffnung, diese Leerstelle in der Wand, eine Lücke, ein Mangel! Ein Zugang oder eine Ausflucht? Sie lädt mich ein ! « Kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid » Die Jungfrau zitiert ihren Sohn. Maria in Blau. Ein edles königliches Blau. Sie empfängt mich in ihrem Schoss, nicht wie ein Kind. Ich gehe zu ihr und lese in ihren Eingeweiden, die Zukunft. Ein Schicksal, vorbestimmt von der Natur. Das Fenster schlägt im Wind. Ich halte mich fest. Ich mache mich zu. Ich bleibe im Rahmen.

Durchsichtig für den Abendhimmel.


Ich spreche mein Morgengebet :
Heilige Schwester, Tante, Mutter Gottes.
Empfange meine Unschuld.
Vergib sie mir.
Komme in mein Reich.
 Amen.
 Ich mache den Katechismus zu. Ich lese das Gebet immer ab. Mir fällt nichts anderes ein.
 Ich will nicht auffallen. Meine Freundin ist gefallen. Nicht im Krieg. Rückwärts die Treppe hinunter.  Sie hat Glück gehabt.

 Ich habe kein Glück. Ich habe das Glück nicht verdient. Als ich zur Welt kam, standen die Sterne gerade am Himmel. Ich bin geboren. Ich habe kein Licht zur Welt gebracht.
Ich gehe zum offenen Fenster und trete hinaus.
 Das Paradies empfängt mich im Garten. Ich gehe zum Apfelbaum, um mir die Schlange vorzunehmen. Ich biete ihr meinen Apfel an. Sie beisst zu. Ich beisse zurück. Es fliesst kein Blut. Reines Fleisch. Ich bitte die Tante der Heilige Mutter Gottes mir beizustehen. Sie schläft. Einen Beischlaf kann ich im Moment nicht gebrauchen. Ich will Blut, Lebenssaft. Elexier. Blaues königliches Blut. Sie verbieten mir den Garten.
 Ich muss zurück in mein Zimmer.
Die Tapete wurde noch nicht gewechselt.
Die Bettwäsche ist schon seit einer Woche aufgezogen. Ich wechsle meine Wäsche täglich. Ich gehe zum Schrank. Das Hochzeitskleid ist nicht mahr da. Sie haben es weggenommen, verkauft. Es war von der Mutter. Ich habe es nie getragen. Ihre Hochzeit war ein Erlebnis. Alle Gäste sind gekommen. Die Blumen haben dekoriert. Ich habe mein erstes Solo gesungen.
Ich singe gern.
Eigentlich singe ich im Chor.
Der Chor war nicht eingeladen. In griechischen Tragödien sagt er die Wahrheit.
 Ich bin die Wahrheit, nicht das Leben. Das Leben ist mir abhanden gekommen und jetzt, wo mir der Garten verboten ist, weiss ich nicht mehr, wo ich es finden soll. Ich schaue noch einmal in den Schrank.
Es gibt kein Licht.
Der Schrank ist dunkel. Das ist sehr gemütlich. Da kann man so einiges verstecken. Ausserdem erzählen sich Geheimnisse leichter. Selbst wenn man keine hat. Dunkelheit provoziert. Da fallen mir Geschichten ein. Was ich noch keiner erzählt habe, das werde ich jetzt nicht zu Papier bringen. Den Schrank mache ich besser wieder zu.
Das Leben ist wohl anderweitig untergekommen.
Wenn ich nicht zu müde bin, suche ich heute noch weiter. Ich könnte es auch dem Zufall überlassen. Der soll so manche interessante Begegnungen auf dem Gewissen haben. Ich vertraue. Ein weiteres Mal in meinem Leben. Ich hoffe, dass es sich lohnt.
Das Leben zu suchen, ist schliesslich keine leichte Aufgabe.
Ich sollte es aufgeben. Das ist ein naiver Rest Humanismus. Der Glaube an die Menschheit ist an das Leben gebunden. Diese sklavenhafte Abhängigkeit vom Leben ist nicht gerade förderlich für freie menschliche Entfaltung.

Je ferme la fenêtre

Ich mache das Fenster zu.

Das Blau dringt ins Zimmer. Es verwickelt sich im Vorhang und in der Hängelampe. Ich mache das elektrische Licht an, will klar sehen. Suche die Ränder, die Konturen. Ich zeichne sie mit den Fingerkuppen nach. Das Bild an der Wand versteckt seine Oberfläche hinter Glas. Es kennt keine Wiedergeburt. Das Bild ist einmalig als Kopie. Ich habe sie eigenhändig angefertigt. Ich bin stolz auf das Werk. Es wird mich überdauern. Das gibt meinem Leben eine zeitliche Dimension. Es weist über mich hinaus. Ich bin nicht mehr alleine von ihm abhängig. Eine angenehme Illusion.

Da hängt mein Leben als Zeichen an der Wand.

Ma vie fait signe


Meine Gedanken bleiben im blauen Dunst hängen. Ich habe das Fenster seit damals nicht mehr geöffnet. Blau in der Hängelampe und im Vorhang. Blau, nachtblau. Zu tief. Das Blau. Andere nehmen es gar nicht wahr. Ich taste mich heran. Ich bin die einzige, die es fühlen kann. Dabei wird mir von allen Seiten meine Rationalität bestätigt. Nur hat noch keiner gemerkt: Bei mir ist sie voller Gefühl.

Ich denke mit der Haut.

Colette sagt, „wenn mein Körper denkt, schweigt der Rest und meine Haut wird zu meiner Seele“. Bei mir ist das anders. Ich würde gerne mal mit Colette darüber sprechen.

Leider

 lebe ich in einer anderen Zeit. Und siehe da, hier steht es schwarz auf weiss:

Ich lebe. Zu einer Zeit.
Je suis



VIVRE

IVRE



La vie est eternelle.
La mort n'est qu'une transformation.



Tout existe depuis toujours.
                OU
Il n' y a pas du début.

La physique quantique ne connait pas la notion du temps  comme une suite d'evenements.



Bonjour n'hesitez pas à lire l'ouverture de Babeth  et la Poésie de Claire
 
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